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Hämorrhoiden - eine unangenehme Sache
Hämorrhoiden sind eine in unserer Gesellschaft gar nicht so selten vorkommende Erkrankung. Obwohl es heutzutage bereits sehr schonende Behandlungsmethoden gibt, scheuen sich viele Menschen – trotz Schmerzen – aufgrund der unangenehmen Lage, einen Arzt zu konsultieren. Dabei sind die Therapien im Frühstadium wesentlich unkomplizierter und risikoärmer. „Bei uns im LKH Bad Ischl beispielsweise führen wir seit drei Jahren eine äußerst erfolgreiche, schmerzfreie Operationsmethode durch, bei der die Patienten die Hämorrhoiden sozusagen im Schlaf verlieren“, erklärt Prim. Dr. Wolfgang Mayerhoffer von der Abteilung für Chirurgie.
Jeder Mensch hat im Bereich des Überganges vom Mastdarm zum After Gewebepolster, die reich an Blutgefäßen sind und zusätzlich zu den Muskeln für den sicheren Verschluss des Afters dienen. Ein unkontrollierter Abgang von Winden und flüssigem Stuhl wird dadurch verhindert. Vergrößern sich diese Polster im Laufe der Zeit, entstehen so genannte Hämorrhoiden. Im Anfangsstadium sind sie noch nicht sichtbar, da sie sich die Hämorrhoidalpolster am Innenrad des Analkanals befinden. Bleiben sie jedoch unbehandelt, vergrößern sie sich im Laufe der Zeit, sodass sie in Form von Knoten am After sichtbar werden und nicht mehr in den Analkanal zurückkehren können.
„Befinden sich die Hämorrhoiden bereits in diesem Stadium – das heißt, die Schleimhaut am After ist bereits dermaßen überdehnt, dass sie sich nicht mehr zurückbildet – ist meist ein größerer Eingriff nötig, der natürlich größere Risiken mit sich bringt. Ich kann daher allen Betroffenen nur ans Herz legen, erste Beschwerden ernst zu nehmen und kein falsches Schamgefühl zu haben. Denn bei etwa einem Drittel der Verdachtsfälle liegen andere, oftmals auch schwerwiegendere Erkrankungen des Darmtraktes, wie zum Beispiel chronische Entzündungen, Schleimhautrisse oder selten auch bösartige Erkrankungen vor, warnt Prim. Dr. Wolfgang Mayerhoffer.
Etwaige Anzeichen für Hämorrhoiden
Zu den häufigsten Symptomen zählen hellrotes Blut am Stuhl, bei oder nach dem Stuhlgang, Jucken am After, Schmerzen bei Stuhlgang sowie ein Fremdkörpergefühl am After. Liegen derartige Beschwerden vor, soll sofort ein Arzt konsultiert werden. „Am LKH Bad Ischl verzeichnen wir einen großen ambulanten Zulauf. Ca. 700 Personen werden pro Jahr wegen Hämorrhoidal-Beschwerden untersucht, knapp bei der Hälfte der Patienten wird eine Operation empfohlen, erklärt Mayerhoffer. Bisher operierte das Chirurgen-Team des LKH Bad Ischl etwa 1.000 Patienten, die nach dem 20-minütigen Eingriff sofort schmerz- und beschwerdefrei waren und bereits am nächsten Tag wieder ihre gewohnten Tätigkeiten aufnehmen konnten.
Der Operateur über das Gerät, das den schnellen Eingriff möglich macht: „Es handelt sich dabei um ein Rektoskop, mit dem man ultraschallgezielt die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden unterbinden kann. Das Gerät hat die Form einer Röhre, an deren Spitze sich ein kleiner Ultraschallkopf befindet, mit dessen Hilfe die Arterien punktgenau zu identifizieren sind. Sobald Zischlaute zu hören sind, weiß der Operateur, dass er die Arterie gefunden hat. Der Eingriff wird in einer so genannten Rauschnarkose durchgeführt, das heißt, die Hämorrhoiden werden sozusagen im Schlaf entfernt.“ Von den Patienten wird diese schmerzfreie Methode sehr begrüßt – für das Spätstadium ist sie allerdings nicht mehr geeignet.