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Herzkrankheiten bei Frauen im Vormarsch
Noch immer herrscht die Meinung, dass Herzprobleme ausschließlich „Männersache“ sind – die Realität sieht jedoch anders aus: Statistisch betrachtet sterben gleich viele Vertreter des männlichen wie weiblichen Geschlechts an so genannten koronaren Herzkrankheiten (= Krankheitsbilder, die durch Verengung der Herzkranzgefäße verursacht werden). Unterstrichen wird dieser Vormarsch an Herzkrankheiten bei Frauen durch die Tatsache, dass die Sterberate bei den Frauen stetig ansteigt, bei den Männern hingegen zurück geht. Wir haben uns deshalb zum Ziel gesetzt, diese Problematik aktiv zu thematisieren und den Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen vor allem mit präventiven Maßnahmen den Kampf anzusagen.
„Frauen betrachten heute das Brustkrebsrisiko als die größte ihnen drohende Gefahr. Tatsache ist jedoch, dass viel mehr Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als an allen Krebsarten sterben.
Um diese Problematik zu verdeutlichen:
43 % aller Todesursachen bei Frauen bilden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mehr als zwei Millionen Europäerinnen sterben jährlich an einer Herzkrankheit“, erklärt Prim. Priv. Doz. Dr. Alfons Gegenhuber, Leiter der Abteilung für Innere Medizin. Betroffen sind vor allem Frauen nach der Menopause, denn bis vor Eintreten der Wechseljahre schützt das „Frauenhormon“ Östrogen bis zu einem gewissen Grad vor Herzerkrankungen.
Das Östrogen zeigt einen günstigen Einfluss auf das Blutgerinnungssystem und verbessert den Blutfluss im Herzen. Gleichzeitig kann es den Cholesterinwert regulieren. Nach der Menopause fällt dieser Schutz endgültig weg. Da diese Hormone vor der Menopause Frauen jedoch vor einem Herzinfarkt schützen, schien die Hormonersatztherapie mit Östrogenen das Problem zu lösen. Aktuelle Studien zerstören jedoch diese Illusion und besagen, dass Östrogene in der Menopause nicht vor kardiovasculären Erkrankungen (Herz und Gefäße betreffend), Herzinfarkt und Schlaganfällen schützen.
Im Durchschnitt erkranken Frauen rund zehn Jahre später an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. In 50 % aller Fälle ist der erste Herzinfarkt bei Frauen tödlich – während „lediglich“ 30 % aller Männer beim ersten Herzinfarkt sterben. Tritt ein Herzinfarkt bei Frauen bereits unter 50 Jahren auf, so sterben doppelt so viele Frauen wie gleichaltrige Männer.
Weitere Problematik und zentraler Unterschied zum männlichen Geschlecht bildet die Diagnose der Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen.
Klassische Symptome wie Schmerzen in der Brust werden hauptsächlich bei männlichen Patienten festgestellt. Frauen zeigen hingegen eine ganz andere Symptomatik: Sie klagen über Atemnot, Schwitzen, Unwohlsein, Erbrechen, Schmerzen im Nacken, in Armen und Schultern. Symptome, die oftmals zu wenig ernst bzw. falsch interpretiert werden.
Auch die Diagnostik der koronaren Herzkrankheiten gestaltet sich bei Frauen schwieriger als bei Männern – so sind die Ergebnisse von Ballondehnungen und von Bypass-Operationen nicht so positiv wie bei Männern. Uns, im Krankenhaus Bad Ischl, ist es nicht zuletzt aus diesem Grund ein zentrales Anliegen, auf die Bedeutung der Prävention aktiv hinzuweisen.

Diese Herzgrafik verdeutlicht den Unterschied zwischen Männer und Frauen
Größter Risikofaktor:
Prinzipiell gilt es für Frauen und Männer dieselben Risikofaktoren zu beachten, allerdings mit einer unterschiedlichen Gewichtung: „Das größte Risiko stellt für Frauen das Rauchen dar, denn Rauchen führt im Schnitt zu einer drei Jahre früheren Menopause. Mit anderen Worten, wenn Frauen bereits mit unter 15 Jahren zu Rauchen beginnen, ist die Gefahr an einem Herzinfarkt zu sterben, zehnmal höher als bei Nichtraucherinnen. Negative Auswirkungen zeigen darüber hinaus Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. Die zentralen Botschaften im Kampf gegen Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen müssen daher lauten: Auf das Rauchen verzichten, Übergewicht vermeiden und ausreichend Sport ausüben“, betont Gegenhuber.