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Behandlung von chronischen Darmentzündungen

 

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, beides chronische Entzündungen des Darmes bzw. Dickdarmes, betreffen in Österreich einige tausend Menschen. Die Ursachen dieser heimtückischen Erkrankungen sind bislang noch nicht geklärt. Experten gehen aber davon aus, dass neben genetischen und infektiösen Faktoren auch Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle in der Entstehung des Leidens spielen. Obwohl beide Krankheiten oft lange Zeit mit konservativen Therapien gut in den Griff zu bekommen sind, bleibt dem Großteil der Patienten nach einigen Jahren eine Operation nicht erspart. Um diesen Eingriff, der bei manchen Betroffenen mehrmals im Laufe ihres Lebens durchgeführt werden muss, so schonend wie möglich zu gestalten, setzt das LKH Bad Ischl auf die so genannte „Laparoskopie“ – eine schonende OP- Methode, die neben kosmetischen Vorteilen vor allem eine schnellere Wundheilung verspricht.

OA Dr. Tibor Geley
OA Dr. Tibor Geley


Colitis ulcerosa - Durch zahlreiche Geschwüre veränderte Darmschleimhaut.
Colitis ulcerosa
Durch zahlreiche Geschwüre veränderte Darmschleimhaut.


Gesunder Darm - Im Vergleich dazu ein  Ausschnitt eines intakten Darms.
Gesunder Darm
Im Vergleich dazu ein  Ausschnitt eines intakten Darms.

Die beiden entzündlichen Erkrankungen treten bei einem Großteil der Betroffenen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und betreffen zuerst nur eine kleine Stelle des Darmes. Sowohl der Morbus Chron als auch die Colitis ulcerosa sind bis dato unheilbar und verlaufen meist schubweise, wobei Phasen mit blutigen und schleimigen Durchfällen von beschwerdefreien Perioden abgelöst werden. Im Durchschnitt treten derartige Attacken alle zwei bis drei Jahre auf, als Auslöser gelten beispielsweise Arbeits- oder Beziehungsstress.
 
„In den meisten Fällen sind beide Erkrankungen mit Medikamenten jahrelang gut in den Griff zu bekommen, doch bei etwa zwei Drittel der Patienten lässt sich im Laufe der Zeit eine Operation erfahrungsgemäß nicht verhindern. Grund dafür sind beispielsweise Abszesse, eine Engstelle im Darm oder so genannte Fisteln (= röhrenförmige Geschwüre).
Wichtig ist, bei diesen Operationen äußerst vorsichtig vorzugehen, da nach einem Eingriff das Risiko eines neuerlichen Krankheitsschubes hoch ist und die Patienten Gefahr laufen, nach und nach große Darmabschnitte zu verlieren“, schildert OA Dr. Tibor Geley von der Abteilung für Chirurgie am LKH Bad Ischl. Aus diesem Grund setzen die Chirurgen des Akutkrankenhauses auf die Laparoskopie, ein technisch aufwändiges aber sehr schonendes Operationsverfahren, das besonderes Fingerspitzengefühl voraussetzt. „Im Vergleich zur offenen Operation setzen wir bei diesem Eingriff deutlich kleinere Schnitte, wodurch der Blutverlust geringer ausfällt, die Wunde schneller heilt und sich das allgemeine Befinden des Patienten rasch verbessert. Dies wiederum bringt einen kürzeren stationären Aufenthalt mit sich. Auch das kosmetische Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die Narben sind meist relativ klein“, erklärt OA Geley.

Konkret sieht der Vorgang folgendermaßen aus: Knapp oberhalb des Nabels wird eine Kamera in den Bauchraum eingeführt, mit deren Hilfe die einzelnen Bereiche des Darmes gut visualisiert und die zu entfernenden Darmabschnitte somit relativ präzise festgelegt werden können. Mittels kleiner Schnitte werden anschließend die notwendigen Operationswerkzeuge, die der Chirurg von außen bedient, in den Körper eingebracht. Je nach Ausmaß des zu entnehmenden Bereiches dauert der Eingriff in etwa zwischen 1,5 und vier Stunden.

Begleitend zur Operation bieten wir unseren Patienten auch eine psychologische Betreuung an,  Dr. Geley ergänzend dazu: „Wichtig ist, dass sich Betroffene keinesfalls hängen lassen, sondern schnell wieder in einen geregelten Tagesablauf zurückfinden. Nach einem laparoskopischen Eingriff können unsere Patienten bereits nach drei bis vier Wochen wieder ihre gewohnte Arbeit aufnehmen.“