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Schwerhörigkeit: Kein unabwendbares Schicksal

Patientin in der Hörtest-KabineDie Schwerhörigkeit wird auch heute noch in ihrer medizinischen und sozialen Bedeutung unterschätzt. Trotz großer Nachteile im gesellschaftlichen Zusammenleben, nehmen viele Betroffene lieber dieses Schicksal in Kauf, als sich die Notwendigkeit einer medizinischen Hilfe bzw. eines Hörgerätes einzugestehen. Grund dafür: Schwerhörigkeit wird mit Alter, Gebrechlichkeit und Verkalkung assoziiert. Dass diese Aussage widerlegt werden kann, zeigen viele ehemalige Patienten, deren Lebensqualität durch moderne Hörhilfen erheblich verbessert wurde. Auch die Diagnosemöglichkeiten in diesem Bereich werden ständig weiterentwickelt und optimiert. Ab sofort steht den Patienten des Landes-Krankenhauses Bad Ischl ein völlig neues Untersuchungs-Gerät zur Verfügung: Ein Ton- und Sprachaudiometer mit Hörtest-Kabine.

Schwerhörige fürchten oft, dass sie als behindert und „verkalkt" eingeschätzt werden und versuchen daher, ihre Hörschädigung möglichst lange zu verbergen. Sichtbare Hörgeräte würden zu sehr auf das Gebrechen hinweisen. Sie vermeiden Gespräche in der Öffentlichkeit und ziehen sich so immer mehr in die Einsamkeit zurück. Dr. Anton Buchacher, Konsiliarfacharzt der Abteilung für Hals- Nasen- und Ohrenkrankheiten am Landes-Krankenhaus Bad Ischl dazu: „Viele Menschen, gerade Ältere resignieren und wollen sich mit ihrer Hörstörung abfinden, gelangen dadurch aber immer weiter in soziale Isolation. Wir versuchen durch Information diese Vereinsamung zu verhindern und zeigen, dass man Schwerhörigkeit nicht immer akzeptieren muss“.

Im Landeskrankenhaus Bad Ischl werden die Patienten mit modernsten Ton- und Sprachhörtests zuerst gründlich untersucht. Dabei kann auch bereits abgeklärt werden, ob die Hörstörung mit Medikamenten oder operativ behandelbar ist. Der Hörtest dauert nur zehn bis 15 Minuten und zeigt bereits auf, ob die Anpassung eines Hörgeräts erfolgreich sein wird. Denn dem Großteil der Patienten mit Hörstörungen am Innenohr kann nur mit einem Hörgerät effektiv geholfen werden.

Altersbedingt hört jeder zweite ab 70 Jahren nicht mehr optimal. Wer sich berufsbedingt oder in seiner Freizeit, zum Beispiel durch oftmalige Disco-Besuche, massivem Lärm schutzlos aussetzt, kann aber auch schon in jungen Jahren einen schweren Hörschaden erleiden. Buchacher empfiehlt, bei ersten Anzeichen einer verminderten Hörleistung sofort den Facharzt aufzusuchen. Eine irreversible Schwerhörigkeit entsteht nämlich schleichend –zuerst gehen nur die hohen Töne verloren, später auch die mittleren und tiefen Tonlagen. Auch das „Sprechverständnis“ in der Gruppe ist mitunter beeinträchtigt. „Das Hinwegschummeln über diese ersten Anzeichen bringt nichts, im Gegenteil - der Hörnerv degeneriert dann sehr rasch und das Gehirn kann die empfangenen Signale nicht mehr umsetzen, der Prozess des Taubwerdens setzt ein!“, warnt Buchacher.

„Die modernen Hörgeräte sind heute schon so klein, dass sie fast unsichtbar im Gehörgang getragen werden können,“ ist Buchacher von der neuen Gerätetechnik begeistert, „Bei den analogen Hörgeräten übernimmt die Krankenkasse die Kosten zur Gänze, bei den digitalen, die höherwertig sind, ist ein Aufpreis zu zahlen! Digitale Geräte haben den Vorteil, dass sie besonders leistungsstark gerade in geräuschvoller Umgebung sind.“