Inhalt:
Mit einem kleinen Schnitt zur neuen Hüfte
Bisher war die Implantation eines neuen Hüftgelenks für die Patienten mit einem langen Spitalsaufenthalt und einer schmerzhaften und langwierigen Rehabilitation verbunden. Im LKH Bad Ischl macht eine neue Operationsform, die minimalvasive Hüftendoprothetik, Betroffene wieder schneller fit und beweglich.
Bei der herkömmlichen Operationsmethode musste der Operateur Muskelteile durchtrennen, um das Hüftgelenk freizulegen. Dies führte zu einem relativ großen Blutverlust und einem langen Heilungsprozess. Das neue Verfahren ermöglicht es, mit einem kleinen Hautschnitt und ganz ohne Verletzung der Muskeln, eine Hüftprothese zu implantieren.
|
Nur mehr ein kleiner Schnitt ohne Muskeldurchtrennung |
Prim. Dr. Johanna Berger von der unfallchirurgisch-sporttraumatologischen Abteilung des LKH Bad Ischl ist von den Erfolgen begeistert: „Obwohl das Einsetzen eines Hüftgelenkes bei Abnutzungserscheinung in den letzten Jahren zur Routine-Operation geworden ist, hatten die Patienten noch lange nach dem Eingriff mit Schmerzen zu kämpfen und mussten sich ihre Beweglichkeit hart erarbeiten. Dank der neuen Methode können wir den stationären Aufenthalt stark verkürzen, und die Heilung schreitet wesentlich rascher voran.“ Auch das Prothese-Material hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Am LKH Bad Ischl werden zementfreie Endoprothesen verwendet, die ausgezeichnete Langzeitergebnisse vorweisen.
Die neue Technik kommt im wesentlichen für jeden Arthrose Patienten unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gewicht in Frage. Nur wiederholte Eingriffe am Hüftgelenk müssen mit der alten Methode durchgeführt werden.
Prim. Dr. Berger lädt alle Betroffenen von Hüftgelenksbeschwerden zu einem Erstgespräch in die Ambulanz ein, merkt aber auch an: „Ganz schmerzlos wird eine Operation dieser Größenordnung wohl nie sein. Aber es freut mich sehr, dass wir den Patienten und Patientinnen mit der minimalvasive Hüftendoprothetik künftig etwas Leid ersparen können.“