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Lernschwierigkeiten: Unerkannter Mittelohrerguss kann Ursache sein

 

Die Grippewelle rollt. Kinder leiden auch vermehrt an Mittelohrentzündung. Tritt eine solche wiederholt auf, kann sich ein gefährlicher Mittelohrerguss bilden. Hinter dem Trommelfell sammelt sich ein dünn- bis dickflüssiges Sekret. Die Folge: Schwerhörigkeit.

Oft bleibt diese häufigste Hörstörung im Kindesalter lange Zeit unerkannt, was zu einer Verzögerung der Sprachentwicklung des betroffenen Kindes führen kann. Im Schulalter sind erhebliche Schwächen in der Konzentrationsgabe und Leistungsfähigkeit festzustellen.

Sekret hinter dem Trommelfell 
Sekret hinter dem Trommelfell


Das Landeskrankenhaus Bad Ischl bietet hierbei rasche Abhilfe durch eine kleine Operation, die sog. Paukendrainage. Der im Spital tätige HNO-Arzt, Dr. Anton Buchacher: „In das Mittelohr wird ein 2 bis 3 mm kleines Röhrchen aus Gold, Titan oder Kunststoff eingesetzt. Das Kind spürt das kaum und von außen ist das Röhrchen nicht zu sehen. Nach sechs bis neun Monaten wird es von selbst wieder abgestoßen, wandert aus dem Gehörgang und fällt oft unbemerkt wieder heraus. Ein weiterer operativer Eingriff ist nicht mehr nötig.
Also eine ganz sanfte Methode mit großer Wirkung!“



Dr. Anton Buchacher
Dr. Anton Buchacher
(Foto: Hofer)

 


Paukenröhrchen aus Titan
Paukenröhrchen aus Titan

Eltern und Kinder müssen jedoch während der Dauer der Drainage darauf achten, dass kein Wasser in den Gehörgang eintritt. Auch hier hilft der Arzt mit der Verordnung von Wasserstöpsel (Otoplastik), die dem Gehörgang des Kindes individuell angepasst werden. Diese sollten auf jeden Fall beim Haarewaschen und Baden verwendet werden.

Die Paukendrainage wird primär bei hartnäckigem Verlauf eines Mittelohrergusses angewandt.

Bei leichteren Fällen versucht der HNO-Arzt zuerst mit Medikamenten und physikalischer Therapie, z.B. mit Rotlicht eine Verbesserung der Erkrankung zu erzielen. Nützt dies wenig, erfolgt ein Trommelfellschnitt in Narkose, wobei der Schleim im Mittelohr abgesaugt wird und auch meist gleichzeitig die „Polypen“ entfernt werden. Kommt es danach neuerlich zu einem Mittelohrerguss, ist eine Paukendrainage notwendig.