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Stöpsel aus "Maschendraht" schließt Leistenbrüche in Rekordzeit
Das Landeskrankenhaus Bad Ischl bietet als einziges OÖ. Landesspital eine völlig neue Operationsmethode bei Leistenbrüchen: Die amerikanische Trichter-Netz-Technik. Die Patienten sind in Rekordzeit wieder voll belastbar und topfit.
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Die Diagnose Leistenbruch bedeutete bisher für die Patienten: Eine bevorstehende relativ aufwendige Operation mit meist Vollnarkose, mittelstarke Schmerzen und fast eine Woche Spitalsaufenthalt. Danach rund zwei Monate Rekonvaleszenz.
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Im Landeskrankenhaus Bad Ischl gehört dies seit kurzem der Vergangenheit an. Denn hier wird einzigartig für die oö. Landesspitäler eine neue amerikanische Technik der Kurz-Operation bei Leistenbrüchen angewendet, das offene Verfahren nach Rutkow oder die sog. „Trichter-Netz-Technik“. Mit dem Erfolg, dass die Patienten am nächsten Morgen, wenn sie wollen, schon wieder topfit nach Hause gehen können.
Bisherige Operation langdauernd und schmerzhaft
Primar Dr. Wolfgang Mayerhoffer, Leiter der Chirurgie, erklärt die Methodik auf leicht verständliche Art: „Beim Leistenbruch entsteht in der Bauchdecke ein Riss, medizinisch ausgedrückt eine sog. Leistenhernie. Die bisherige Operation war relativ aufwendig: Zum Verschluss der Lücke in der Bauchwand mussten die einzelnen Schichten der Bauchdecke feinsäuberlich vernäht werden. Die vierlagigen Nähte verursachten entsprechende Schmerzen und der Patient lag aufgrund dessen rund eine Woche im Spital.
Rekordzeit mit neuer Methode

Mit der neuen US-Technik wird der Leistenbruch nicht mehr vernäht, sondern mit einer Art „Maschendraht“, einem Stöpsel aus feinsten angeordneten Plastiknetzen, verschlossen. Durch einen nur 4 bis 5 cm kleinen Zugang durch die Bauchdecke gelangt der Chirurg zum Leistenbruch, in welchen er den Plastiktrichter hineinsteckt und dann den Pfropf mit vier kleinen Nähten spannungsfrei am Bruchrand fixiert. Das Netz besteht aus Polypropylen und trägt innen kleine blütenartige Flügelchen, die man kürzen und so der Größe des Leistenbruchs millimetergenau anpassen kann.
Völlig spannungsfrei und somit fast schmerzlos
Primar Dr. Wolfgang Mayerhoffer: „Das Loch präparieren, den Stöpsel hineinstecken und festnähen, das ist im Grunde alles bei der neuen Technik. Daher ist die Operation nach rund einer Viertelstunde schon wieder vorüber!“
Eine Vollnarkose wäre daher völlig überflüssig. Es reicht eine kurze, schonende Betäubung, meist eine Lokalanästhesie oder bei größeren Brüchen eine Epiduralanästhesie (Kreuzstich). Der Patient ist daher gleich nach der Operation wieder topfit und kann, wenn er will, am nächsten Morgen nach Hause gehen. Nach einer Woche wird die Wunde im Spital noch einmal inspiziert, die Nähte entfernt und das war´s dann schon. Die Rehabilitation erfolgt in Rekordzeit: Der Patient kann bereits nach ein bis zwei Tagen seiner alltäglichen Tätigkeit wieder nachgehen und nach weiteren zwei Wochen gibt es praktisch keinerlei körperliche Beschränkungen mehr.
Entwickelt wurde die neue Trichter-Netz-Technik, die auch ambulant durchgeführt werden kann, 1993 von Dr. Ira Rutkow in New Jersey. Am St. Josef-Spital in Wiesbaden wird die Methode seit drei Jahren überaus erfolgreich angewendet. Weltweit wurden bereits 1,4 Mio. Patienten operiert. In Oberösterreich ist sie seitens der Landesspitäler nur an der Chirurgie im Landeskrankenhaus Bad Ischl seit kurzem möglich.