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Herbst-Borreliose zeigt sich auch als Gehirnhautentzündung

Ein roter, kreisrunder Fleck auf der Haut– das ist das häufigste Frühzeichen einer Borreliose, die rund ein halbes Jahr nach dem Zeckenbiss, also meist im Herbst auftreten kann. „Das Haut-Symptom kann aber auch gänzlich fehlen und statt dessen eine Gehirnhautentzündung auftreten!“ informiert Dr. Jutta Sigmund. „Da es gegen Borreliose noch keine Impfung gibt, ist das beste Mittel: sofort zum Arzt, wenn entsprechende Zeichen einer Entzündung auftreten.“


Die Gehirnhautentzündung hat viele Gesichter

Hohes Fieber um die 40 Grad, Erbrechen, Wesensveränderungen wie übermäßige Müdigkeit, Schläfrigkeit, keine Lust zu sprechen oder sich zu unterhalten, Trinkunlust, Kopfschmerz, Nackensteifigkeit ... als dies können Anzeichen einer Gehirnhautentzündung sein. „Wird diese früh genug diagnostiziert, erholen sich die meisten Kinder bei entsprechender Behandlung wieder rasch“ will Dr. Sigmund die Eltern zu einem unverzüglichen Arzt-Kontakt motivieren. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der dann zuweist, die Eltern können aber auch direkt ins Spital kommen. Die Kinderstation des LKH Bad Ischl ist rund um die Uhr besetzt, die Kinder werden von Dr. Jutta Sigmund und Dr. Elisabeth Osman betreut.

 

Sichere Methoden der Diagnose

Fellinger: „Wenn wir im Spital feststellen, dass es sich um eine Gehirnhautentzündung handeln könnte, wird auch noch eine Lumbalpunktion durchgeführt. Diese Entnahme von Rückenmarkflüssigkeit ist weitgehend ungefährlich und die Kinder bekommen auch an der Einstichstelle ein Emlapflaster als Anästhetikum, damit sie den Einstich nicht spüren. Ist die Rückenmarkflüssigkeit trüb, dann besteht eine Infektion mit Bakterien, die sofort mittels Antibiotika-Infusion behandelt wird. Ist die Flüssigkeit klar, dann liegt meist eine virale Entzündung vor.“ Grundsätzlich bleiben die Kinder mit Gehirnhautentzündung rund zehn Tage im Spital, wo ihre Erkrankung und die Schmerzen mit Medikamenten behandelt werden.


Impfen schützt – Hämophilus-Gefahr gebannt

Auch die Hämophilus-Infektion kann eine Gehirnhautentzündung auslösen. Durch das hohe Verantwortungsbewusstsein der Eltern in Hinsicht auf rechtzeitigen Impfschutz konnte diese Erkrankung mittlerweile fast zur Gänze ausgerottet werden. Zecken- und Hämophilus-Impfung sind daher unverzichtbar bei der Vorsorge gegen Gehirnhautentzündung. „Wünschenswert ist, dass es auch in Europa bald eine Borreliose-Impfung geben wird, so wie in Übersee bereits üblich!“ hofft Dr. Sigmund.