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Neuartige Ergometrie für stationäre Patienten am LKH Bad Ischl
Die coronare Herzkrankheit ist die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Zur coronaren Herzkrankheit gehören der akute Myocardinfarkt, der plötzliche Herztod und die Angina pectoris. Bei allen diesen Erkrankungen ist eine Verengung der Herzkranzgefäße, die bis zum Verschluß des Kranzgefäßes führen (akuter Myocardinfarkt), die Ursache.
Die exakteste Diagnose ist mittels der Coronarangiographie möglich, dies ist eine Röntgendarstellung , bei der Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße nach vorhergehender Punktion einer Arterie notwendig ist.
Der Nachteil der Coronarangiographie ist ihre Invasivität, also die Notwendigkeit der Punktion einer Arterie und eine, wenn auch geringe, Möglichkeit von Komplikationen. Deshalb sind diagnostische Methoden, die nicht invasiv sind, von großer Wichtigkeit. Bei der coronaren Herzkrankheit unterscheiden wir eine 1- , 2- und 3 Gefäßerkrankung, je nach dem wie viele Coronararterien oder ihre Äste befallen sind.
Zur nicht invasiven Diagnose wird die Ergometrie - also das Belastungs-EKG - verwendet. Bei der Ergometrie sitzt der Patient auf dem Ergometer und „fährt Rad“ gegen eine Belastung ,die ständig gesteigert wird.
Es wird der Blutdruck und ein EKG mit 12 Ableitungen laufend gemessen. Durch die Zunahme der Anstrengung steigt der systolische Blutdruck und die Herzfrequenz, beides sind wesentliche, bestimmende Faktoren des Sauerstoffbedarfs des Herzens.

Wird der Sauerstoffbedarf bei der Belastung größer, als die Möglichkeit vermehrt Blut durch die verengte Coronararterie anzuliefern, kommt es zum Brustschmerz (Angina pectoris) und oder EKG-Veränderungen. Nachteil der Methode ist ihre geringe Empfindlichkeit (Sensitivität). So ist mit der gebräuchlichen Ergometrie bei einer coronaren 1-Gefäßerkrankung die Diagnose nur in etwa 50 Prozent möglich. Zur Diagnose sind typische Veränderungen im EKG notwendig.
Von einer griechischen Arbeitsgruppe wurde eine neue Methode im renommierten New England Journal of Medicin 1999 publiziert. Dabei werden zusätzliche Ableitungen über der rechten Brustwand abgeleitet, dadurch wird die Empfindlichkeit (Sensitivität) gesteigert. Bei einer coronaren 1-Gefäßerkrankung wird die Empfindlichkeit von 52 auf 89 %, bei einer 2-Gefäßerkrankung von 71 auf 94 und bei einer 3-Gefäßerkrankung von 66 auf 92 % richtig diagnostiziert.
Also vor allem 1- und 2-Gefäßerkrankungen werden im EKG besser erkannt.
Die Firma Hellige hat nun einen Ergometermessplatz entwickelt, der über mehr Ableitungen vor allem über der rechten Brustwand verfügt, damit können wirksame Coronarstenosen im wesentlich höheren Prozentsatz vor allem bei 1- und 2-Gefäßerkrankungen erkannt werden und einer entsprechenden Therapie , z.B. Ballondehnung oder Bypass-OP, zugeführt werden.