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Brustkrebs: Blau ist die Farbe der sanften Operationstechnik

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet heute keinesfalls mehr Verlust der weiblichen Attribute. In der Regel kann brusterhaltend operiert werden. Zur „sanften“ Operation kommt im Ischler Spital eine neue Technik zum Einsatz, wobei neben dem Tumor nur noch ein einziger, zentraler Lymphknoten mit einem kleinen Schnitt entfernt wird. Er wird Wächterlymphknoten genannt und signalisiert in blauer Farbe die Pforte zu allen Lymphknoten der Achselhöhle. Die Farbgebung ist jedoch eine künstliche. Zur leichteren Identifizierung wird während der Operation ein Blaufarbstoff in die Brust injiziert.

 Der blaue Farbstoff wird injiziert.  Der Wächterlymphknoten wird entfernt.
Der blaue Farbstoff wird injiziert.

Der Wächterlymphknoten wird entfernt.

Mit der neuen Patentblaufärbe-Technik bestens vertraut ist Oberarzt Dr. Tibor Geley. Demnächst wird auch mit einem radioaktiv markiertem Kolloid gearbeitet. Die Kombination von Blaufärbung und radioaktiver Markierung erhöht die Genauigkeit der Trefferquote ganz wesentlich. Die Strahlenbelastung ist dabei für Patient und Personal kaum messbar und daher in ihrer Wirkung zu vernachlässigen.
Geley: Die vom radioaktiv markierten Lymphknoten abgegebene Strahlung wird von einer Messsonde aufgefangen und in akustische Signale umgewandelt. So kann der Lymphknoten vor seiner Entnahme genau lokalisiert werden. Die neue Technik wird in Zukunft, falls der untersuchte Wächterlymphknoten nicht von Tumorzellen besiedelt ist, der Patientin die früher übliche gesamte Ausräumung aller Lymphknoten der Achselhöhle ersparen.“ und so wissen wir genau, wo er sich befindet und können ihn mit einem kleinen Eingriff beseitigen. Die neue Technik erspart der Patientin die früher übliche gesamte Ausräumung aller Lymphknoten der Achselhöhle.“

Das Mammacarcinom ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der westlichen Welt und die häufigste Todesursache für Frauen zwischen 35 und 40. In Österreich zeigt die Statistik jährlich rund 4000 Neuerkrankungen, im Einzugsgebiet des Bad Ischler Spital sind es zwischen 25 und 30 Fälle pro Jahr. Durch Früherkennung und optimale Zusammenarbeit von Chirurgen, Onkologen und Patientinnen ist das Mammacarcinom heute in vielen Fällen heilbar.